Warum es beim Abschied nie nur Schwarz oder Weiß gibt
Gestern Abend habe ich wieder Herzgespräche LIVE gehalten, mein drittes Mal, und wie jedes Mal hatte ich am Anfang keine Ahnung, wohin uns der Abend führen würde. Ich mache das immer so: Ich schaue, was gerade ruft, was sich zeigt, worüber gesprochen werden will. Diesmal war es der Abschied vom Tier, und ich habe schnell gemerkt, dass ich an diesem Abend etwas aussprechen musste, das ich schon lange in mir trage.
Es gibt hier nicht nur Schwarz und Weiß. Es gibt nicht nur Entweder-oder.
Eine Frau nach der anderen hat sich gestern gezeigt, und jede von ihnen trug dieselbe Frage in sich, nur in einer anderen Verpackung. Soll ich einschläfern lassen oder abwarten? Habe ich zu früh gehandelt oder zu spät? Bin ich egoistisch, wenn ich noch hoffe? Bin ich egoistisch, wenn ich loslasse?
Eine Frau erzählte mir von ihrem Hund, der schwer atmet, der an Medikamenten hängt, ohne die er längst nicht mehr da wäre. Sie kann ihn nicht gehen lassen, und gleichzeitig wünscht sie sich, dass er einschläft, ohne dass sie die Entscheidung treffen muss. Genau das habe ich ihr gespiegelt: Wie widersprüchlich sich das anfühlt, und wie sehr genau das zu uns Menschen gehört. Wir lassen uns auf eine Liebe ein, von der wir von Anfang an wissen, dass sie endlich ist, und dann sind wir überrascht, wie sehr uns das Ende zerreißt.
Eine andere Frau berichtete von einer Entscheidung, die schon Jahre zurückliegt. In einer Akutsituation in der Klinik hat sie sich, wie sie es selbst beschrieb, regelrecht reingequatscht gefühlt. Und diese Schuldgefühle tragen sie bis heute, jahrelang. Genau das ist der Grund, warum ich sage: Trefft nie eine Entscheidung, die ihr nicht mehr rückgängig machen könnt, in einem Moment, in dem ihr kein klares Ja oder Nein in euch spürt. Das fühlt sich hinterher nicht gut an.
Was mir an diesem Abend besonders wichtig war zu sagen, und was ich auch hier nochmal aussprechen möchte: Ich bin keine Befürworterin der Euthanasie im Sinne von „das machen wir schnell mal, wenn's unbequem wird". Aber ich bin auch keine, die sagt, natürlicher Tod ist immer der bessere Weg. Ich habe das bei meiner eigenen Mutter erlebt, wie der Körper kämpft, obwohl der Wille längst nicht mehr da ist, wie das Herz einfach weiterschlägt, während der Mensch eigentlich schon fast gegangen ist. Das war grausam mit anzusehen. Und genau deshalb bin ich dankbar, dass wir unseren Tieren dort helfen dürfen, wo wir Menschen selbst nicht helfen dürfen.
Es gibt Fälle, in denen aktives Helfen das Liebevollste ist, was wir tun können. Und es gibt Fälle, in denen es genau richtig ist, dem natürlichen Prozess zu vertrauen. Beides ist wahr. Es kommt nicht auf eine allgemeingültige Regel an, sondern darauf, wirklich hinzuspüren, was in diesem einen Fall, bei diesem einen Tier, stimmig ist.
Was mich an diesem Abend am meisten bewegt hat, war eine Frau, deren Hündin an diesem Tag ein schlechtes Blutbild bekommen hatte. Sie wusste nicht, ob sie es noch einmal versuchen soll. Ich habe sie gefragt, was ihr Gefühl gewesen wäre, wenn sie das Ergebnis nicht gehört hätte, wenn dieses eine Gespräch mit der Tierärztin nie stattgefunden hätte. Und plötzlich war ihre Antwort klar: Sie hätte es versucht. Manchmal ist es nicht die Situation selbst, die uns verunsichert, sondern eine einzelne Information, die uns aus unserer eigenen Klarheit wirft.
Dann habe ich mich mit ihrer Hündin verbunden und sie direkt gefragt. Und es kam ein ganz klares Ja. Sie wollte noch weitermachen, diese Chance noch nutzen, sie war noch nicht so weit zu gehen. Es war so berührend, das mitzuerleben, wie klar diese Hündin war, wie unmissverständlich ihre Antwort kam. Ich habe der Frau danach noch mit an die Hand gegeben, wie sie diese ganze Anspannung, die sich in ihr aufgestaut hatte, wieder aus ihrem Körper herausbekommt, atmen, sich schütteln, rausschreien, wenn es sein muss. Denn dieser Druck darf nicht in ihr steckenbleiben, weder für sie noch für ihre Hündin.
Genau das ist der Grund, warum ich Tierkommunikation mache und warum ich sie jedem ans Herz lege, der in so einer Situation steckt. Unsere Tiere bekommen darüber ihre eigene Stimme. Sie können sagen, was sie selbst wollen, statt dass wir es für sie entscheiden müssen, aus Angst, aus Liebe, aus Überforderung. Und wenn diese Antwort so klar kommt wie gestern Abend, verändert das alles.
Ich möchte an dieser Stelle etwas sagen, das ich allen mitgeben will, die gerade mitten in dieser Frage stecken: Ihr könnt das. Diese Entscheidung fühlt sich nur deshalb unmöglich an, weil ihr euch gerade in einer Notsituation befindet, in der euer System auf Überleben schaltet, nicht auf klares, erwachsenes Denken. Das ist keine Schwäche. Das geht uns allen so, wenn es um die geht, die wir am meisten lieben.
Und wenn ihr diesen Weg gehen müsst, egal ob er natürlich verläuft oder ob ihr aktiv helft, dann bitte nie allein aus der Not heraus, nie unter Druck von außen, sondern erst, wenn ihr für euch eine echte Klarheit gefunden habt. Sucht euch dafür Zeit. Sucht euch, wenn ihr selbst zu nah dran seid, um noch den Abstand zu finden, jemanden von außen, der mit eurem Tier in Verbindung gehen kann. Genau dafür sind Tierkommunikatorinnen da.
Und danach, wenn der Abschied gekommen ist, hört die Verbindung nicht auf. Das erlebe ich immer wieder, in Jenseitsgesprächen genauso wie in meinem eigenen Leben. Meine Mutter sitzt manchmal neben mir im Auto, und wir lachen gemeinsam über etwas, das aus dem Nichts kommt. Ich glaube nicht an die Regenbogenbrücke als Ort, an dem wir uns erst wiedertreffen müssen. Ich glaube daran, dass die, die wir verloren haben, längst bei uns sind, jederzeit, wir müssen nur wieder lernen, sie wahrzunehmen.
Wenn du jetzt nach diesem Artikel spürst, dass dich das Thema betrifft, gibt es bei mir drei verschiedene Wege, und ich möchte dir kurz erklären, welcher wofür gedacht ist, damit du den für dich passenden findest.
Wenn du dich vorbereiten möchtest, bevor der Ernstfall da ist, ist mein Kurs „In Liebe bis zum Schluss" der richtige Weg für dich. Du gehst ihn in deinem eigenen Tempo, mit Audios, Videos, Meditationen und allem, was ich über Sterbephasen, Entscheidungen und den würdevollen Abschied weiß. Er ist dafür gemacht, dass du diese Klarheit in dir aufbaust, solange noch Zeit dafür ist, nicht erst, wenn du schon mittendrin steckst. Genau das ist auch der Unterschied zu allem anderen, was ich anbiete: Hier geht es nicht um eine akute Situation, sondern um innere Vorbereitung.
Wenn ihr gerade akut mittendrin steckt, dein Tier krank ist, sich der Abschied ankündigt oder du gerade selbst nicht mehr weißt, wie du das aushalten sollst, dann reicht ein Kurs allein nicht. Dann brauchst du jemanden an deiner Seite, der wirklich mit dir durch diese Zeit geht. Das ist meine 1:1 Abschiedsbegleitung. Hier bin ich direkt für dich da, so oft und so nah, wie du es brauchst, durch die letzten Tage, durch die Entscheidung, durch das, was danach kommt.
Und wenn es um eine konkrete Frage an dein Tier selbst geht, so wie gestern Abend bei der Frau mit dem schlechten Blutbild, dann ist eine Tierkommunikation das Richtige. Manchmal ist die Antwort, die wir am meisten brauchen, nicht die, die wir uns selbst geben können, weil wir zu nah dran sind, zu sehr im Überlebensmodus. Eine Tierkommunikation gibt deinem Tier seine eigene Stimme zurück und dir die Klarheit, die du sonst vielleicht jahrelang gesucht hättest. Und auch wenn dein Tier schon gegangen ist und noch Fragen offen sind, die dich nicht loslassen, dann gehört genau hierher auch das Jenseitsgespräch, damit wieder Frieden und Ruhe in dein Herz einkehren können.
Wenn du unsicher bist, welcher Weg für dich der richtige ist, schreib mir einfach. Ich helfe dir gerne dabei, das gemeinsam herauszufinden.